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Der Seitensprung kommt, die Liebe bleibt PDF  | Drucken |  E-Mail
Eine neue deutsche Studie räumt auf mit allem, was man bisher über Partnerschaft und Untreue vermutete. Wer seitenspringt, liebt seinen Lebenspartner. „One-Night-Stands“ sind viel seltener als angenommen.

Die Studie wurde vom Göttinger Psychologen Ragnar Beer durchgeführt, der 2600 heterosexuelle Frauen und Männer interviewte, die untreu geworden waren. Dabei gestanden überraschend viele „Täter“, nämlich mehr als 80 Prozent, sie liebten ihren Partner. Etwa eben so viele äußerten, es sei ihnen wichtig, dem Partner treu zu sein – wie auch sie sich vom Partner sexuelle Loyalität wünschten. Das berichten das deutsche Magazin „Focus“ und „Welt online“.


„One-Night-Stand“ ist Mythos
Die Untersuchung der Göttinger Georg-August-Universität zeigt auch, dass der klassische „Ausrutscher“, der One-Night-Stand, eher ein Mythos ist. Nur 12 Prozent der untreuen Frauen und 15 Prozent der untreuen Männer lassen sich auf ein Abenteuer für eine Nacht ein. Die Mehrheit ist in ihrer Untreue ungemein treu: Etwa 60 Prozent der Befragten gaben an, ihre Affäre dauerte länger als einen Monat – und davon lief wiederum etwa die Hälfte länger als ein halbes Jahr.

Wiederholungstäter
Viele Fremdgänger werden mehrmals rückfällig. Für nur 49 Prozent der untreuen Männer und nur 55 Prozent der untreuen Frauen ist der aktuelle Seitensprung der erste in der jetzigen Partnerschaft. 17 Prozent der Männer hatten ihre Lebenspartnerin zuvor schon einmal betrogen, 12 Prozent schon zweimal und 22 Prozent sogar mehrmals. Frauen stehen den Männern kaum nach: Für 20 Prozent war es bereits der zweite und für 10 Prozent der dritte Seitensprung. 15 Prozent hatten ihren Partner mehrfach hintergangen.

Sexuell unzufrieden
Als Motiv für Seitensprünge ermittelte Studienleiter Beer die Flaute in Ehebetten. Beer: „Wir können anhand der Studie ganz klar sagen: Etwa vier von fünf Befragten haben sich für den Seitensprung entschieden, weil sie in ihrer Partnerschaft sexuell unzufrieden sind.“ In Zahlen ausgedrückt, beschwerten sich 85 Prozent der Frauen und 79 Prozent der Männer über den häuslichen Sex. Die Langeweile hat einen statistisch belegbaren Grund: die Sprachlosigkeit. Partner teilen sich ihre sexuellen Wünsche viel zu selten mit.




Göttingen, 17. September 2006, Quelle: oe24.at
 
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